

Hamburg, 24. Juni 2026 – Wie können Kinder unabhängig von Herkunft und
Lebenslage faire Start- und Bildungschancen erhalten? Darüber diskutierten
gestern rund 70 Gäste aus Politik, Stiftungen, Gesundheitswesen, Jugendhilfe
und Zivilgesellschaft bei der Veranstaltung „Gemeinsam stark für Hamburgs
Kinder – Chancengleichheit von Anfang an“, zu der die Stiftung SeeYou im
Rahmen der Hamburger Stiftungstage in die Rathauspassage Hamburg
eingeladen hatte.
Die Veranstaltung griff damit eine Debatte auf, die derzeit bundesweit an Fahrt
gewinnt. Während Bund und Länder über den jüngst erschienenen Bildungsbericht
und das Startchancen-Programm diskutieren, lenkte die Stiftung SeeYou den Blick auf
die Zeit vor Kita und Schule. „Die entscheidenden Weichen für Bildung, Gesundheit
und Teilhabe werden häufig viel früher gestellt, als wir denken. Deshalb sprechen wir
heute nicht nur über Kinder. Wir sprechen über die Zukunft Hamburgs“, sagte Dr.
Sönke Siefert, Kinderarzt und Geschäftsführer der Stiftung SeeYou des
Kinderkrankenhauses Wilhelmstift, der durch den Abend führte.
Genau an diesem Punkt setzte die Diskussion in Hamburg an: Wenn
Bildungsungleichheit bereits in den ersten Lebensjahren entsteht, welche Rolle spielen
dann Familien, Frühe Hilfen, Gesundheitssystem, Jugendhilfe, Stiftungen und
Zivilgesellschaft?
Nach einem Grußwort von Sophie Fredenhagen, Abteilungsleiterin Familie und
Kindertagesbetreuung der Behörde für Schule, Familie und Berufsbildung,
diskutierte Dr. Siefert auf dem Podium mit Ilsabe von Campenhausen (wellcome
gGmbH), Ingrid Ehlerding (Ehlerding Stiftung), Uwe Kirchner (Hamburger
Spendenparlament) und Nadine Weber-Kroschke (Kroschke Kinderstiftung).
In ihrem Grußwort verwies Fredenhagen auf die Bedeutung früher Unterstützung für
Familien und die Anstrengungen Hamburgs im Bereich der frühkindlichen Bildung.
„Wer Familien früh erreicht, stärkt Kinder von Anfang an. Chancengerechtigkeit
beginnt lange vor der Einschulung“, sagte Fredenhagen. Dabei knüpfte sie auch an
ihre Erfahrungen aus der Jugendhilfe und als Bezirksamtsleiterin in Harburg an.
„Kein Kind sucht sich die Bedingungen aus, unter denen es geboren wird. Trotzdem
prägen genau diese Bedingungen seine Entwicklung von Beginn an“, sagte Dr. Sönke
Siefert. „Wenn wir Chancengleichheit ernst meinen, müssen wir deshalb früher
ansetzen – in der Schwangerschaft, rund um die Geburt und in den ersten
Lebensjahren.“
Umso wichtiger ist es, Familien frühzeitig zu unterstützen und ihnen den Zugang zu
passenden Hilfsangeboten zu erleichtern. Dabei widersprachen die Podiumsgäste
ausdrücklich der Vorstellung, Eltern zusätzliche Verantwortung aufzubürden. Es gehe
nicht darum, Familien mehr Leistungsdruck aufzuerlegen, sondern darum, ihnen den
Zugang zu Hilfen und Unterstützung zu erleichtern.
„Wenn Eltern Halt haben, können Kinder wachsen. Familienunterstützung ist deshalb
nicht nur Sozialpolitik, sondern eine der wirksamsten Bildungsinvestitionen, die wir
haben. Oder anders gesagt: Was Kinder prägt, trägt. Ein Leben lang“, betonte Ilsabe
von Campenhausen, Geschäftsführerin von wellcome.
Auch Ingrid Ehlerding, Stifterin der Ehlerding Stiftung, hob die Bedeutung früher
Förderung hervor: „Wer Bildungsgerechtigkeit stärken will, muss bereit sein, Kinder
frühzeitig im Blick zu haben und sie in ihrer Persönlichkeit zu stärken. Die ersten
Lebensjahre entscheiden oft darüber, welche Chancen ein Kind später hat.“
Uwe Kirchner, Vorstand des Hamburger Spendenparlaments, verwies auf die
enge Verbindung von Armut und Bildung: „Viele soziale Probleme, die wir später
sehen, haben ihre Wurzeln in fehlenden Chancen am Anfang des Lebens. Deshalb
gehören Armutsbekämpfung und Bildungsgerechtigkeit untrennbar zusammen.“
Nadine Weber-Kroschke, Vorständin der Kroschke Kinderstiftung, betonte die
Bedeutung präventiver Ansätze: „Kinder brauchen nicht erst Unterstützung, wenn
Schwierigkeiten sichtbar werden. Sie brauchen gute Rahmenbedingungen von Anfang
an. Prävention ist immer wirksamer als spätere Reparatur.“
Ein weiterer Konsens des Abends: Chancengerechtigkeit kann nur gelingen, wenn
Gesundheitssystem, Jugendhilfe, Bildungseinrichtungen, Politik, Stiftungen,
Unternehmen und Zivilgesellschaft gemeinsam Verantwortung übernehmen.
Die anschließende Netzwerkphase zeigte die große Bereitschaft der Hamburger
Akteur*innen, gemeinsam an Lösungen zu arbeiten. Zahlreiche Gäste nutzten die
Gelegenheit, neue Kontakte zu knüpfen, Kooperationen anzustoßen und Ideen für eine
stärkere Vernetzung im Sinne von Kindern und Familien zu entwickeln.
Für die Stiftung SeeYou steht fest: Wer die Bildungsschere schließen will, muss
Familien früher erreichen. Frühe Hilfen, Lotsendienste und andere niedrigschwellige
Unterstützungsstrukturen sind deshalb ein wichtiger Baustein für mehr
Bildungsgerechtigkeit.
Über die Stiftung SeeYou
Die Stiftung SeeYou setzt sich für die Gesundheit und das Wohlergehen von Kindern
und Familien ein. Mit Angeboten wie dem Programm Babylotse und der
Sozialmedizinischen Nachsorge unterstützt sie Familien frühzeitig, stärkt vorhandene
Ressourcen und vermittelt passgenaue Hilfen. Ziel ist es, Kindern unabhängig von
ihrer Herkunft einen guten Start ins Leben zu ermöglichen.
www.seeyou-hamburg.de
Abdruckfreies Fotomaterial steht zum Download bereit:
Link: https://we.tl/t-2B7sszTtjqajsv5t
Copyright: SeeYou/Daniel Siefert
Pressekontakt:
Britta Boeck
Unternehmenskommunikation
Stiftung Familienorientierte Nachsorge Hamburg SeeYou „CU“
Stiftung des Katholischen Kinderkrankenhauses Wilhelmstift gGmbH
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